Architektur im Wandel der Zeit

Architektur im Wandel der Zeit

Baugeschichtliche Einordnung

Architektur ist seit jeher ein Spiegel der Zeit, in der sie erschaffen und in Bauten umgesetzt wurde. Doch die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Erfordernisse der Menschen an ihren Lebens-, Arbeits- bzw. Wohnraum.

Während sich die Architektur der Antike u. a. durch zahlreiche und z.T. imposante Bauwerke wie z. B. großflächige Tempelbauten hervorhebt, diente die (Stadt-) Architektur des Mittelalters dazu, Wohnraum und Platz für Gewerbe zu schaffen und zugleich für Schutz zu sorgen (z. B. befestigte Wall- und Grabenanlagen rund um kleine Haussiedlungen).

 

Viele Jahrhunderte später beeindruckte die weltweit bekannte Gründerzeitarchitektur mit Kern in Mitteleuropa – zum Einen mit ihren tollen Villen und zum Zweiten mit den städtebaulich innovativen Gründerzeit-Wohnquartieren. Deren Ziel war es nicht nur, benötigte Fachkräfte in die Stadt zu holen und anzusiedeln, sondern das Wohnen in der Stadt attraktiv zu gestalten. Diese gehobenen Wohnstrukturen waren jedoch nicht für alle und schon gar nicht in benötigtem Umfang für die breite Masse erschwinglich und umsetzbar.

 

Unter anderem aus dieser Maßgabe heraus entwickelte sich der Bauhausgedanke – moderner, effizienter und klarer als alles bisher Dagewesene. Einfach und funktional. Dessen Leitspruch „Die Form folgt der Funktion“ stand dafür, Überflüssiges wegzulassen sowie kostengünstig und funktional zu bauen. Weiteres Ziel bzw. Folge war es zudem durch Wiederholung, Vorfertigung und einfache, geradlinige Gestaltung einem größeren Personenkreis attraktiven und zugleich bezahlbaren Wohnraum anbieten zu können.

 

Zu diesem durchaus kontrovers in der Bevölkerung aufgenommenen Stil des Bauhaus gehört in extremerer Ausprägung auch der „Plattenbau“, der sowohl in Ost- und Westdeutschland als auch in den Ballungsgebieten von Europa starke Verbreitung fand und für preiswerten Wohnraum sorgte. Allerdings haben die uniforme Gestaltung und die bauliche Verdichtung den Grundgedanken des Bauhauses partiell pervertiert.

 

Was ist Solararchitektur? Was ist Solares Bauen?

Heute stehen wir vor neuen Herausforderungen, wie z. B. dem Klimawandel und dem notwendigen sparsamen Umgang mit fossilen Rohstoffen bei gleichzeitigem Erhalt des Wohnkomforts. Dies bestärkt die Forderung nach einer neuen Architektur, die wir unter die Begriffe Solararchitektur bzw. Solares Bauen gestellt haben. Eine Architektur, die beides – Wohnkomfort und idealerweise regenerative Energieversorgung – vereint. Derartige Beispiele finden sich in Deutschland bislang nur wenige, denn fast immer werden architektonischer Gebäudeentwurf und energiebezogene, ingenieurtechnische Planung nach- oder nebeneinander und nicht miteinander bzw. aufeinander abgestimmt umgesetzt.

 

Einfach aufgeständerte Solarzellen auf einem attraktiven Gebäude sind optisch und technisch aus unserer Sicht nur eine Notlösung. Unser Anspruch ist es, eine neue Architekturgeneration zu entwickeln, welche die Wünsche der Bauherren und Investoren mit dem Potential der Sonne und deren Energie in Einklang bringt.

Mittelalter (Quelle: planet-schule.de)
Gründerzeit (Quelle: historische-bauwerke.de)
Bauhaus (Quelle: wikimedia.org)
Plattenbauten (Quelle: dpa)
Solares Bauen