Entwicklung und Hintergründe

Entwicklung & Hintergründe

Das Sonnenhaus, das aktiv die Sonne nutzt!

Hintergründe zur Entstehung des Aktivsonnenhauses

Um das Jahr 2000 entstanden bei der FASA erste Überlegungen, wie man beim Hausbau auf fossile Energieträger verzichten könne. Die Diskussion um den Klimawandel gibt es schon länger und noch bevor Energiepolitik ein breites Thema war, machten wir uns Gedanken über erneuerbare Energien bzw. über autarke Energieversorgung!

Fossile Energieträger

Öl, Gas und Kohle werden seit vielen Jahrzehnten in gewaltigen Mengen verbrannt. Sehr lange Zeit blieb dabei unbeachtet, dass:

  • diese Rohstoffe nicht unendlich, sondern eben nur in begrenztem Maße zur Verfügung stehen.
  • es gewaltiger Eingriffe in die Natur bedarf (Plattformen auf See, Förderanlagen zu Lande, Tagebau, Pipelines, Raffinerien, etc.), die immer auch potentiell stör- und unfallanfällig sind – mit den bekannten, negativen Auswirkungen auf die Umwelt.
  • Erdöl ein sehr wichtiges Ausgangsprodukt für viele Wirtschaftsbereiche und industrielle Anwendungen ist. Ob Kunststoffe, Chemie, Medikamente, Kosmetik oder vieles andere mehr: Dieser „Stoff“ ist schlicht zu wertvoll um ihn buchstäblich nur zu verheizen.
  • bei der Verbrennung von Öl, Gas oder Kohle schädliche CO2-Emissionen entstehen.
  • der Öl- und Gaspreis letztlich immer auch ein politischer Preis ist. Trotz der aktuell sehr moderaten Preislage unterliegt er starken Schwankungen und ist in der langfristigen Betrachtung immer gestiegen.
Entwicklung der Rohölpreise (Quelle: Texon)

Diese Erkenntnisse führte uns zur Idee, einen Energieträger einzusetzen, der uns kostengünstig, weitgehend unbegrenzt und umweltfreundlich zur Verfügung steht: Die Energie der Sonne.

Energiebedarf

Mittlerweile sind Klimapolitik und „Energiewende“ tagtäglicher Bestandteil in den Medien. Der Tenor: Energie muss eingespart und effizienter genutzt werden. Eine besondere Rolle spielen dabei die „erneuerbaren Energien“.

 

Hier wiederum geht es vor allem um: Strom. Windräder, Photovoltaikanlagen, Energiesparlampen, Nord-Süd-Trassen, Leistungsbegrenzte Staubsauger, E-Mobilität oder auch Effizienzklassen für Elektrogeräte sind feste Bestandteile der Energiepolitik. Knapp die Hälfte des bundesdeutschen Strombedarfs wird übrigens noch immer mit Kohle (Stein- und Braunkohle) erzeugt …

Photovoltaik oder Solarthermie?

Auf erneuerbare Energien zu setzen und fossile Brennstoffe zu ersetzen folgt exakt unserer Philosophie. Die Energie der Sonne kann unseren kompletten Energiebedarf dauerhaft abdecken. Aber warum (fast ausschließlich) Strom?

Natürlich ist Strom wichtig, vor allem für die Industrie und auch im privaten Haushalt. Im Bereich Wohnen spielt er allerdings mengenmäßig eine untergeordnete Rolle: Nur 10 bis 15 % des Energieverbrauchs entfallen auf Strom (Kühlschrank, Herd, Beleuchtung, Computer, etc.). Der Löwenanteil des Energieverbrauchs im privaten Haushalt entfällt auf den Wärmebedarf (Heizung und Warmwasser).

Effizienzvergleich: Sonnenwärme zu Sonnenstrom

Es gibt aber nicht nur das inhaltliche Argument des Bedarfs, sich auf Solarthermie zu konzentrieren. Hinzu kommt, dass die aufgenommene Wärmeenergie direkt für den Wärmebedarf zur Verfügung steht. Ohne Umwandlungsverluste. Und sie kann problemlos für mehrere Wochen gespeichert werden, denn die Speicherfähigkeit von Sonnenwärme ist bereits heute geklärt und unproblematisch realisierbar. Sogenannte Warmwasser-Solarspeicher können in einem guten Preis-Leistungsverhältnis in entsprechend adäquater Dimensionierung eingesetzt werden. Ein weiteres Argument für Solarthermie ist das technische Argument der Effizienz: Wärmekollektoren sind ungefähr um den Faktor 4 bis 5 effizienter als Stromkollektoren. Sie können also deutlich mehr Sonnenenergie nutzen, bzw. deutlich kleiner dimensioniert werden – bei gleicher Leistung.

Sonnenwärme

Im privaten Haushalt wird in besonders hohem Maße Wärmeenergie dringend und ganzjährig benötigt. Deshalb war es naheliegend, sich auf eben diesen Hauptenergiebedarf zur Bereitstellung von Heizung und Warmwasser zu konzentrieren: Anfang 2000 entwickelten wir deshalb das Energetikhaus-Prinzip:

 

Wärme für Wärme. Ohne Umwege, ohne Kompromisse.

Schema: Solaranlage (Querschnitt 3D)
Schema: Solaranlage (Querschnitt 3D)

Unsere spezielle Solararchitektur berücksichtigt, gestützt durch unsere wissenschaftliche Solaranalyse, ideal den Sonnenstand im Jahresverlauf. Mit optimaler Solarthermie versorgen wir das individuell geplante Haus zu 90 % (und mehr) mit Sonnenwärme für den gesamten Bedarf an Heizung und Warmwasser. Kostenlos und umweltfreundlich!

 

Ein Haus weit überwiegend nur mit Sonne zu beheizen – und das natürlich insbesondere im Winter (trotz niedrigem Sonnenstand), klingt verwegen. Wir haben jedoch eine verlässliche Lösung entwickelt und bauen diese Gebäude – reproduzier- und bezahlbar – seit über 10 Jahren sehr erfolgreich im gesamten Bundesgebiet. Als Einfamilienhaus in vielen Variationen (solare Deckungsgrade > 90 % ), im Gewerbebau und als Mehrfamilienhaus sowohl im Neubau als auch im Bereich der Bestandssanierung – selbst im unter Denkmalschutz (solare Deckungsgrade zwischen 30 – 90 % in Abhängigkeit von den örtlichen, finanziellen und auflagentechnischen Möglichkeiten).