Dämmung

Dämmung

Beim Hausbau wird zwischen Wärmedämmung und Schalldämmung unterschieden.

Wärmedämmung

Ziel der Wärmedämmung ist die Reduktion des Wärmestroms wie z. B Außenwandbauteile. Im Winter soll möglichst wenig Wärme des Gebäudeinneren an die Umgebung verloren gehen und auch keine Kaltluft in das Gebäude dringen. Umgekehrt soll in den warmen Sommermonaten, kühle Luft im Gebäude gehalten werden und möglichst wenig der warmen/heißen Umgebungsluft in das Gebäude eindringen.

 

Zur Berechnung der Güte einer Wärmedämmung dient die Wärmeleitfähigkeit (Λ) bzw. der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert). Berechnet wird dabei der Wärmedurchgang durch einen festen Körper, beispielsweise eine Mauer. Je weniger Wärme durch einen Körper dringt, je geringer also seine Leitfähigkeit ist, , desto besser ist seine Dämmeigenschaft. Dementsprechend geringer ist auch der U-Wert.

 

Zu unterscheiden ist zwischen der Dämmung von Fenstern, Dach und Wand, also der Gebäudehülle.

ENERGETIKhaus100® cube in Oberwiesenthal
Thermografie

Dämmung der Fenster

Die Dämmung der Fenster ist mit modernen, mehrfachverglasten Fenstern und entsprechender Rahmung gut und effizient zu lösen. Im Neubau und im Bestand.

Dämmung des Daches

Durch ein ungedämmtes Dach können ca. 20 bis 30 % der Heizenergie verloren gehen. Unterschieden werden drei Dämmarten: Aufsparrendämmung, Untersparrendämmung und Zwischensparrendämmung oder Kombinationen aus diesen. Die Dämmschicht ist heute ca. 20 cm dick. Vor allem im Bestand ist eine Unter- oder Zwischensparrendämmung mit deutlich weniger Aufwand verbunden als eine Aufsparrendämmung.

Seegras, Handstopfung eines Daches

Dämmung der Außenwand

Bei der Dämmung der Wand bzw. Fassade ist vor allem auf ein vernünftiges Verhältnis von Aufwand und Ertrag zu achten. Aber auch bauphysikalische Gegebenheiten wie der Taupunkt sind von großer Bedeutung für eine funktionierende Dämmung. Eine massive Wand die beispielsweise 10 cm dick gedämmt wird, erzielt bereits eine gute Wärmedämmung. Eine Dämmung die 20 cm stark ist, erreicht aber nicht den doppelten Dämmwert. Der Grenzertrag sinkt und die bauphysikalischen Probleme übermäßiger Dämmung steigen. Dazu zählen u. a. Brandgefahr, Probleme mit der Belüftung, die Gefahr von Schimmelbildung, die Verdunkelung der Räume (Schießscharteneffekt) und Algenbefall – mit teuren Folgeschäden.

 

Mit modernen, massiven Baustoffen wie – z. B. Wärmedämmziegel oder Holz – können bereits sehr hohe Wärmedämmeigenschaften erzielt werden und man kann ganz ohne zusätzliche Außendämmung auskommen.

Schalldämmung

Die Schalldämmung ist ein wichtiger Aspekt der Bauakustik. Ziel ist die Verhinderung der Ausbreitung von Schall in das und aus dem Gebäude aber auch zwischen einzelnen Etagen bzw. Räumen. Im Einfamilienhaus gibt es aktuell keine gesetzlichen Vorschriften zur Schalldämmung. Trotzdem ist eine gute Schalldämmung ein Komfortmerkmal, was beispielsweise mit ökologischen Dämmstoffen wie Seegras, Hanf oder Kork realisiert werden kann.

 

Ansatzpunkte hierfür sind:

  • Der Einsatz massiver Baustoffe. Je massiver der Baustoff ist, desto höher ist der Effekt der Schalldämmung.
  • Die Entkoppelung von Bauteilen. Werden mehrschalige Konstruktionen starr verbunden, so entstehen Schallbrücken, die den Schall übertragen.
  • Die Kombination von harten und weichen Komponenten (z. B. Gipskartonwände zusammen mit Dämmwolle).

Ökologische Dämmstoffe

Möglich ist bei Wärme- und Dachdämmung auch der Einsatz ökologischer Materialien, wie beispielsweise Seegras, Hanf oder Kork.

 

Seegras beispielsweise ist ein nachhaltiger, weil regenerativer, Baustoff. Durch seinen hohen natürlichen Salzgehalt ist es schimmelresistent, verrottet nicht und ist schwer entflammbar. Damit erfüllt es die einschlägigen Brandschutzklassen  ohne dass es chemisch behandelt werden müsste. Ein Pluspunkt für Allergiker und vorteilhaft bei der späteren Entsorgung. Seegras kann lose verarbeitet werden (Handstopfung oder Einblasen), als Platte und als Matte.

Seegras als ökologischer Dämmstoff