Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ liefert bei Google aktuell (Stand: August 2016) über 12.000.000 Treffer und ist damit wohl in aller Munde. So modern der Begriff Nachhaltigkeit erscheint, geprägt wurde er bereits 1713 in Sachsen.

 

Die „Erfindung“ der Nachhaltigkeit

Der „Erfinder“ der Nachhaltigkeit ist bekanntlich der Sachse Hans Carl von Carlowitz aus Oberrabenstein (bei Chemnitz). Durch die eigentlich schlichte Erkenntnis in seiner Schrift „Sylvicultura oeconomica“ von 1713, dass man langfristig nicht mehr Bäume fällen kann als man pflanzt, gilt er als Schöpfer dieses Begriffs. Dabei war von Carlowitz übrigens kein Förster, sondern Oberberghauptmann des Erzgebirges. Er war im Bergbau tätig und sah, dass es durch den enormen Bedarf an Holz für den Bergbau und den damit verbundenen Raubbau immer schwieriger wurde, die Bergwerksstollen mit Brettern und Balken abzustützen.

Hans Carl von Carlowitz, Gedenktafel in Freiberg (Quelle: unicorno)

Die aktuelle Definition von Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist kein statischer Begriff, sondern beinhaltet eine Dynamik. Im Mittelpunkt stehen die gesellschaftliche Entwicklung und der Versuch ökonomische, soziale und ökologische Fehlentwicklungen zu vermeiden bzw. zu beheben. Allgemein gilt, dass es keine Wirtschaft ohne Gesellschaft gibt – und keine Gesellschaft ohne Umwelt. Politisch umkämpft ist natürlich, welchen Stellenwert man jedem der drei Bereiche zuweist. Erst seit den 80er Jahren wird allgemein klar, wie eng die drei Säulen miteinander verflochten sind. Eine zu starke Konzentration auf die Ökonomie beispielsweise kann zu Überdüngung der Böden oder übermäßigen Einsatz von Medikamenten in der Viehzucht führen. Dieses ökologische Problem schlägt sich aber direkt in den wachsenden Kosten der Landwirtschaft nieder und schädigt natürlich auch die Konsumenten – und zwar durchaus nachhaltig. Ein weiterer wichtiger Baustein der Reformen für mehr Nachhaltigkeit ist der effiziente Einsatz von Energie, insbesondere die Abkehr von fossilen Energieträgern und die Konzentration auf erneuerbare Energien.

Die drei Säulen von Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit im Bau?

Auch im Bausektor ist Nachhaltigkeit ein Begriff mit großer und wachsender Bedeutung. Dabei geht es beispielsweise um die Vermeidung von Chemie im Innenraum (Klebstoffe) für ein gesundes Wohnklima. Aber auch darum auf unnötige Technik (Ressourcenbedarf) zu verzichten. Verwendet werden sollen hochwertige, langlebige und recycelbare Baustoffe. Ein weiteres wichtiges Thema ist die übermäßige Dämmung der Gebäudehülle (Schimmel, Zwangsbelüftung, Sondermüll). Auch Wasserspartechnologien, intelligente Messtechnik, Energieeffizienz und die Nutzung regenerativer Energien (Sonnenwärme für Solarthermie) sind Teil des Gesamtpakets „Nachhaltiges Bauen“.