Schlüsselfertig Bauen

Der Begriff „schlüsselfertig“ oder „schlüsselfertiges Bauen“ ist nicht eindeutig definiert, aber er beschreibt sowohl das typische Bauträgermodell, als auch das schlüsselfertige Bauen auf eigenem Grund.

Schlüsselfertig Bauen im Bauträgermodell

Das schlüsselfertige Bauen gibt es somit sowohl im Bereich Eigentumswohnungen als auch Einfamilienhäuser nach dem Bauträgermodell, hier sind alle Leistungen und Bedingungen per Gesetz schon sehr genau geregelt. Es stellt somit eine relativ sichere Variante für die Bauherrenschaft dar. Der Nachteil dabei: Auf die Gesamtbauleistung inklusive Grundstück entfällt Grunderwerbssteuer und Notargebühren. Hier bewegen sich die Notargebühren zwischen 1 bis 1,5 % und die Gebühren für Grunderwerbssteuer – in Abhängigkeit vom Bundesland – zwischen 3,5 und 5 %.

Schlüsselfertig Bauen auf eigenem Grund

Das schlüsselfertige Bauen auf eigenem Grund,  das heißt auf dem Grundstück der Bauherrenschaft, beschreibt in der Regel auch den Gesamtprozess von der Planung bis zur schlüsselfertigen Übergabe des Bauprojektes. In vielen Fällen gibt es aber Abweichungen, die zum einen durch den Anbieter bedingt sind aber auch durch die Wünsche der Bauherrenschaft entstehen können. Letzteres gilt zum Beispiel für Eigenleistungen, das heißt dass Leistungen entfallen sollen die dann vom Bauherren selbst ausgeführt werden. Denkbar ist aber auch, dass der Anbieter schlüsselfertig beschreibt aber beispielsweise finale Arbeiten, wie Malerarbeiten, Belagsarbeiten und Endreinigung ausdrücklich ausschließt. Hier sollte man seinen Vertrag und alle Leistungen durch einen Fachmann prüfen lassen, der insbesondere fehlende Leistungen ermitteln kann und damit auch zu einer realen Kosteneinschätzung des Gesamtprojektes kommt.

Schlüsselfertig Bauen und Festpreise

Sowohl für das Bauträgermodell, als auch das schlüsselfertige Bauen auf eigenem Grund, wird in der Regel ein Festpreis vereinbart, der nur durch Sonderleistungen oder Zusatzleistungen sich verändern kann. Beim Bauen auf eigenem Grund kommt natürlich das sogenannte Baugrundrisiko für den Grundstückseigentümer hinzu. Das heißt Tragfähigkeit, hydrologische Verhältnisse und mögliche Risiken durch Altbergbau liegen erst einmal beim Grundstückseigentümer. Dieser kann natürlich durch entsprechende vorbereitende Untersuchungen mit dem Hausanbieter auch dafür einen Festpreis vereinbaren. Dies setzt in aller Regel sogenannte Bodengutachten und hydrologische Untersuchungen voraus, so dass dieser seine Aufwendungen korrekt erfassen und berechnen kann.

 

Da zum schlüsselfertig Bauen in der Regel auch die Planungsleistung gehört, sollte man hier genau hinschauen, welche der Nebenkosten bereits enthalten sind, wie z. B. Vermessungen, Bodengutachten, Statik, Wärmeschutznachweis, um dann nicht zusätzliche Kosten zu haben mit denen man nicht gerechnet hat.

 

In der Regel enthält der Bauvertrag zum schlüsselfertigen Bauen eine exakte zeitliche Achse, so dass der Bauherr davon ausgehen kann in welchem Zeitraum er sein Objekt fertiggestellt bekommt. Tritt dies nicht ein, haftet der Werkunternehmer für mögliche Mehrkosten, sofern die zeitliche Verzögerung nicht auf das Wirken des Bauherren zurück zu führen ist.

 

Zum schlüsselfertig Bauen zählt natürlich auch das Errichten eines Fertighauses und auch hier gilt das vorgenannte, allerdings mit dem Unterschied, dass sich die Bauzeit deutlich verkürzt und dass beim schlüsselfertig Bauen mit Fertighausanbietern in der Regel ein Keller oder eine Bodenplatte Voraussetzung ist und von Seiten der Bauherrenschaft zu erbringen ist, bzw. als Sonderleistung vom Fertighausanbieter mit organisiert werden kann.

Vorteile und Nachteile

+ Fest- bzw. Pauschalpreisvereinbarung gewährleistet für den Bauherren einen klaren kommerziellen Rahmen.

+ Exakte Zeitplanung ist für den Bauherren gegeben.

+ Planung ist in der Regel Bestandteil des schlüsselfertig Bauens.

+ Mehrkosten können normalerweise nur durch unklare Vertragsgestaltung oder Sonderwünsche entstehen.

+ Die Gesamtverantwortung liegt in der Regel beim Schlüsselfertigbauer/ -anbieter.

+ In der Regel ein Ansprechpartner bei Gewährleistungsfällen oder Mangelerscheinungen.

 

— Möglicherweise etwas höhere Kosten als wenn die Bauherrenschaft alles selbst organisiert (wenn sie dazu in der Lage ist).

— Auswahl des richtigen Bauträgers/-anbieters ist schwierig.

— Erhöhte Kosten beim Bauträgermodell durch Nebenkosten.

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