Solarer Deckungsgrad

Solare Deckung ist ein Fachbegriff aus dem Bereich der Solarthermie und spielt bei der Planung einer Solarthermieanlage eine wichtige Rolle. Der solare Deckungsgrad oder auch solare Deckungsrate genannt, bezeichnet den Anteil des Energiebedarfs, der über Sonnenenergie, für Heizzwecke und Warmwasseraufbereitung, erwirtschaftet wird.

Ein Sonnenhaus beispielsweise deckt per Definition mindestens die Hälfte seines Bedarfs an Energie für Heizung und Warmwasserbereitung über Sonnenwärme ab. Typischerweise verfügen Sonnenhäuser über solare Deckungsgrade von 50 % und mehr. Von einer hohen solaren Deckung wird dann ausgegangen, wenn das Gebäude 70 – 100 % des Energiebedarfs selbst erzeugen kann.

Möglich ist eine hohe solare Deckung nur durch die Kombination aus konsequenter Solararchitektur und einer optimal ausgelegten Solaranlage und Solarspeicher.

Die solare Deckungsrate ist unter anderem abhängig von der Ausrichtung des Gebäudes. Bevor ein energetisches Haus gebaut wird, sollte also die solare Deckung auf dem zu bebauenden Gründstück ermittelt werden. Dies erfolgt mithilfe einer Solaranalyse. Außerdem ist diese Kennzahl auch abhängig vom Wärmespeicher, welcher im Haus eingesetzt werden soll, um die Wärme über lange Zeit zu speichern. Dieser Langzeitsolarspeicher wird je nach Größe des Hauses, der solaren Einstrahlung und die individuellen Bedürfnisse der Bewohner angepasst.

Eine besondere Entwicklung eines Sonnenhauses ist das Aktivsonnenhaus. Dieser Gebäudetyp arbeitet aktiv mit der Sonne und erreicht so extrem hohe solare Deckungsgrade von 90 % und mehr.

Wärmebedarf und Solarertrag für Heizung und Warmwasser im Jahresverlauf

Wärmebedarf und Solarertrag für Heizung und Warmwasser im Jahresverlauf (Quelle: ecoquent-positions.com)

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