Sonnenhaus

Das Sonnenhaus-Institut e.V. wurde vor über 10 Jahren in Straubing als eingetragener Verein gegründet. Es hat keine finanziellen Ziele, sondern widmet sich der Öffentlichkeitsarbeit zum solaren Bauen und der Weiterentwicklung solarer Energiekonzepte. Ein wichtiger Aufgabenbereich sind Weiterbildungsangebote zum Thema Sonnenhaus.

Sonnenhaus Institut e.V.

Definition „Sonnenhaus“

Das Sonnenhaus-Institut definiert ein Gebäude dann als Sonnenhaus, wenn es:

1. Mehr als die Hälfte seines Bedarfs an Heizung und Warmwasserbereitung über die Wärme der Sonne erwirtschaftet (solare Deckung)

2. Die Zuheizung über regenerative Energiequellen erfolgt (z.B. Stückholz oder Pellets).

3. Über eine gute Wärmedämmung verfügt

Solarer Deckungsgrad

Mindestens 50 % des Brutto-Energiebedarfs (also Energiebedarf plus Leitungs- oder Übergabeverluste) eines Gebäudes für Heizung und Warmwasserbereitung müssen über eine solarthermische Anlage erwirtschaftet werden.

Erreicht wird dies durch eine spezielle Solararchitektur und ein entsprechend dimensioniertes Solarsystem.

Schema Solarchitektur

Schema Solararchitektur

Regenerative Zusatzheizung

Der Restwärmebedarf wird mit regenerativen Energieträgern bestritten. Dies kann beispielsweise ein Stückholzofen sein. Typischerweise handelt es sich um einen Kaminofen mit Wassertaschen (Wärmetauscher), der mit seiner Wärme nicht nur den Raum beheizt, sondern gleichzeitig das solarthermische System belädt.

Kaminofen im Sonnenhaus

Wasserführender Kaminofen in einem Sonnenhaus (Quelle: A. Feig)

Dämmstandard

Der Transmissionswärmeverlust eines Sonnenhauses soll den eines Referenzgebäudes (nach EnEV) mindestens um 15 % unterschreiten. Dies kann beispielsweise durch Massivbauweise mit Wärmedämmziegeln erreicht werden.

Allgemeines

In den meisten Regionen Deutschlands lässt sich ein Sonnenhaus problemlos realisieren. Die 1.500 bis 1.700 Sonnenstunden im Jahr erlauben den ganzjährigen Betrieb einer Solarthermieanlage. Der erreichbare Grad der solaren Deckung ist maßgeblich abhängig von der Lage des Grundstückes der Größe der Kollektorfläche, möglicher Verschattung und natürlich der verfügbaren Speicherkapazität am konkreten Objekt.

Aktivsonnenhaus

Eine spezielle Entwicklung eines Sonnenhauses ist das Aktivsonnenhaus. Hier werden Solararchitektur und Solarthermieanlage optimiert. Es arbeitet daher aktiv mit der Sonne und erreicht so ungewöhnlich hohe solare Deckungsgrade von 90 % und mehr

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