Eder Hausmesse 2005

Eder-Prokurist Hans-Jürgen Hörnig stellt das Modell des geplanten Energetikhauses auf der Messe vor.
Foto: Holm Helis

Das Kraftwerk auf dem Dach

Das Freitaler Ziegelwerk Eder stellt zusammen mit anderen Firmen ein innovatives Bauprojekt aus

Bereits gestern, am ersten Tag der diesjährigen Dresdner Hausmesse, war das Interesse an einer neuen Entwicklung groß. „Zusammen mit der Chemnitzer Fasa AG und der Soli fer Solardach GmbH aus Freiberg haben wir ein Solarhaus entwickelt", sagt Hans-Jürgen Hörnig, der Prokurist der Ziegelwerk Freital Eder GmbH. "Energetikhaus100" nennt sich das Projekt der drei sächsischen Firmen.
Das Gebäude soll 95 Prozent der aufzubringenden Wärmeenergie direkt aus der Sonnenstrahlung ziehen, Die restlichen Prozente deckt ein im Haus integrierter Kamin ab. Möglich macht das eine riesige, nach Süden ausgerichtete Solarzellenfläche. Die gewonnene Energie wird in einem 30 Kubikmeter großen Langzeitwärmespeicher gelagert. Dieser ist mit einer zusätzlichen Isolierschicht aus Flachs umgeben, um den Wärmeverlust möglichst gering zu halten.
Verbessert wurde das Projekt unter anderem an der TU Freiberg. In einer Diplom- und einer Doktorarbeit wurde das Energetikhaus behandelt.
„Dadurch wurde zum Beispiel der Stellwinkel der Solarfläche so optimiert, dass selbst im Winter genug Sonnenenergie aufgenommen werden kann" erklärt der 47-jährige Hörnig.
Rund 200000 Euro soll der Spaß kosten. Trotz des Preises und seines futuristischen Äußeren, gibt es laut Hörnig schon einige Anfragen für das etwa 140 Quadratmeter große Gebäude. Das interesse der Leute wurde wohl auch durch die Unabhängigkeit von Öl und Gas zur Energiegewinnung geweckt. Beide Ressourcen sind begrenzt und werden deshalb immer teurer", so Hörnig. Dass der Trend eindeutig hin zum Sparen von Energiekosten geht, begünstigte das Interesse an dem "sonnenerwärmten" Haus.
Probleme bei den Baugenehmigungen sieht der Eder-Prokurist nicht. „Für alles gibt es bestimmte Normen, wie etwa die Grundhöhe des Bauwerkes" sagt er weiter „und die sind alle erfüllt." Das moderne Aussehen sei ohnehin Geschmackssache.
Die Eder GmbH stellt für das Energetikhaus spezielle Ziegel zur Verfügung. Diese haben bessere Dämmeigenschaften und sind dazu auch leichter als ihre Vorgänger. Entwickelt wurde das Baumaterial aber schon, bevor die Idee für das Solarhaus geboren wurde. "Trotzdem sind unsere Ziegel wohl am geeignetsten für die Umsetzung des Projektes", sagt Hörnig.

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