aus: "Haus & Grund" vom März 2005

Natürlich ohne Öl und Gas

Drei sächsische Firmen präsentieren innovatives Energetikhaus

Ein neuartiges Solarhaus ohne Öl- oder Gasheizung, das fast die gesamte Energie für Heizung und Warmwasser aus Sonnenenergie gewinnt, wird auf der Dresdner Baufachmesse vorgestellt.

Drei sächsische Firmen haben das ENERGETIKhaus100® gemeinsam entwickelt. An der Optimierung ist die Technische Universitat Bergakademie Freiberg unter Leitung von Prof. Gerd Walter mit einer Diplom- und einer Doktorarbeit beteiligt. Mindestens 95 Prozent der Energie für Heizung und Warmwasser soll bei diesem Haus die Sonne liefern, selbst im kalten erzgebirgischen Winter. Dies wird erreicht, indem die Sonnenenergie des Sommerhalbjahres in einem Langzeitwärmepuffer bis in den Winter hinein gespeichert wird. Doch im Gegensatz zu so genannten Passiv-Häusern wird hier massiv, mit reinen Naturstoffen gebaut und gedämmt, so dass das Haus „atmet" und auch problemlos beltüftet werden kann. Das Gesamtkonzept stammt von dem Bauunternehmen FASA AG Chemnitz, die langjährige Erfahrungen sowohl beim Bau von Solarhäusern, als auch bei der denkmalgerechten Altbausanierung aufzuweisen hat und einen Bundespreis im Denkmalschutz erhielt. Ihr erklärtes Ziel: Das Energetikhaus soll Komfort bieten, gut aussehen und erschwinglich bleiben. Dazu werden alle verfügbaren Möglichkeiten kombiniert, um Sonnenwärme zu nutzen. So wurden optimale Dachform, Ausrichtung und Platzierung der Fenster genau berechnet, Mit der modernen und kompakten Solararchitektur des Energetikhauses will die Firma an den Bauhausstil anknüpfen. Das Solarhaus und der dazugehörige Langzeitwärmespeicher plant und installiert die Freibergen Firma Soli fer, die inzwischen zu einem Marktführer in dieser Branche geworden ist. Die Ziegel produziert das EDER-Ziegelwerk Freital mit dem Ton aus der im Werksgelände gelegenen Tongrube. Dieser Ton ist von so guter Qualität, dass eigens dafür an dieser Stelle das hochmoderne Werk errichtet wurde, Der für das Energetikhaus eingesetzte Ziegel hat durch Mikroporen und ein spezielles Lochbild eine sehr hohe Druckfestigkeit und bessere Därnmeigenschaften, obwohl er leichter als seine Vorgänger ist und sehr handliche Abmessungen aufweist.

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