Modell Energetikhaus

Im Audimax der Bergakademie Freiberg ließ Professor Gerd Walter unter das Dach des Energetikhaus-Modells blicken.
Foto: Eckhardt Mildner

aus: "Morgenpost" den 07. November 2005

Schlaue Sachsen:

Das "Kessel"-Haus braucht weder Öl noch Gas

Da kann die Sonne ganze Arbeit leisten! Mit dem ersten Spatenstich startete gestern in Berthelsdorf im Landkreis Freiberg ein einzigartiger Ökobau: das "Energetikhaus 100". Es bezieht Heizung und Warmwasser zu 95 Prozent aus der Sonne (fünf Prozent steuert ein kuschliges Kaminfeuer bei).
„Das ist in Deutschland bislang einmalig", sagt Barbara Branny von der bauausführenden FASA AG Chemnitz (Tel. 0371/ 46 11 228). Die entwickelte zusammen mit der Freiherger Firma Soli fer Solardach GmbH, dem Ziegelwerk EDER in Freital und der Bergakademie Freiberg das Ganzjahres­Solarhaus. "Ein Novum", schwärmt Frau Branny. „Damit kann man vollständig auf Öl- und Gaslieferungen verzichten.
Völlig neu: ein riesiger Wasserspeicher von sieben Meter Höhe und 2,30 Meter Durchmesser, um den das Haus regelrecht herumgebaut ist. Er reicht vom Erd- bis zum Dachgeschoss und fasst 28 Kubikmeter Wasser.
Diplomand Jesus Montesinos Valera von der Bergakademie Freiberg berechnete seine optimale Größe. Soli-fer-Diplomandin Alexandra Künzel ermittelte die Kollektorfläche
(69 Quadratmeter) und den Neigungswinkel zur Sonne (70 Grad). Wärmedämmziegel und Flachs-Dämmstoffe sorgen für angenehmes Wohnklima. Nun hoffen die Hausneuerer auf Interessenten für das Musterhaus (200 000 Euro) mit Superausblick ins Erzgebirgsvorland.

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