ENERGETIKhaus100

Das "Energetikhaus 100" ist als Koproduktion sächsischer Firmen in Zusammenarbeit mit der Berg- akademie Freiberg entstanden.

 

aus: "Dresdner Neueste Nachrichten" den 05./06. März 2005

Wärme vom Sonnenkönig

Sächsische Firmen stellen auf der Dresdner Messe „Haus 2005" neuartiges Solarhaus vor.

Als der Schweizer Josef Jenni vor 30 Jahren nach der ersten Ölkrise mit der „Burgdorfer Initiative" für zwölf auto­freie Sonntage im Alpenland kämpfte und einen Sonnenkollektor auf das Dach seines Elternhauses stellte, wurde er noch belächelt und bekam den Beinamen „Sonnenkönig". Heute hat er den immer noch, aber man hält ihn nicht mehr für einen Spinner. Steigende Heizkosten und das absehbare Ende der Erdölreserven haben das Thema Sonnenenergie ins Blickfeld gerückt - vor allem auch bei den Bauherren.

Jenni entwickelte einen Warmwasserspeicher, der mit Solarenergie aufgeheizt wird und machte unter anderem durch das erste Wohnhaus in Europa mit 100prozentig solarem Deckungsgrad von sich reden.
Auch das neue Ganzjahressolarhaus, das drei sächsische Firmen gemeinsam mit der TU Bergakademie Freiberg entwickelten und das selbst im kalten erzgebirgischen Winter mindestens 95 Prozent der Energie für Heizung und Warmwasser aus dem Sonnenlicht bezieht, geht auf eine Enwicklung von Jenni zurück. Solarheizung an kurzen, trüben Wintertagen? Das klingt schon wieder wie Spinnerei, ist aber möglich, wenn die nicht benötigte Sonnenenergie des Sommerhalbjahres in einem Langzeitwärmepuffer bis in den Winter hinein gespeichert wird. Herzstück im sächsischen „Energetikhaus100" ist Jennis Ganzjahresspeicher.
Das Ganze klingt ein bisschen nach einem so genannten Passivhaus, wäre also eigentlich nichts Neues.

Aber im Gegensatz zu einem Passivhaus „atmet" das sächsische Solarhaus und kann ganz normal belüftet werden. Unter Federführung der Chemnitzer FASA AG wird das Haus ausschließlich mit reinen Naturstoffen gebaut und gedämmt. Die Freiberger Soli Fer Solardach Gmbh plant und installiert das Solardach. Die Ziegel stammen vom Freitaler Ziegelwerk Eder mit seiner eigenen auf dem Werksgelände gelegenen Tongrube. An der Optimierung war die Bergakademie Freiberg mit einer Diplom- und einer Doktorarbeit beteiligt.
Dass mit Flachs ausschließlich ein gesundheitlich unbedenklicher Dämmstoff verwendet wird, dürfte für Häuslebauer wichtig sein - vor allem für jene, die an Familienzuwachs denken.
Und für den ist ausreichend Platz im „Energetikhausl00', das ohne Kellergeschoss angeboten wird und in der Basisversion auf zwei Etagen 130 Quadratmeter Wohnfläche hat.
Neben dem sächsischen Solarhaus am Stand V17 in der via mobile gibt es auf der Dresdner Baufachmesse mit ihren 566 Ausstellern noch jede Menge anderer Angebote rund ums Bauen und Renovieren.

Holger Grigutsch
Die Messe ist am Sonnabend und Sonntag jeweils von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 8 Euro (Schüler, Studenten, Rentner 6 Euro/Famlllenkarte für 2 Erwachsene und bis 4 Kinder 15 Euro). Am Sonnabend ab 13 Uhr stellt Josef Jenni im Erlweinsaal der Messe Dresden seinen Ganzjahresspeicher vor, der auch Herzstück des neuen Solarhauses aus Sachsen ist.
Internet: www.baumesse-haus.de

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